Presse

RNZ 9.5.2017

WNOZ 9.5.2017

 

Rhein-Neckar Zeitung 4.5.2016
Gifhorner Rundschau 27.4.2016
Klassik heute Seite 1 16.4.2015
Klassik heute Seite 2 16.4.2015
Muzyka 21 Poland

Fagott und Gitarre

Interessante Streiflichter der Musikgeschichte präsentierte im Kammerkonzert in der Max-Grundig-Klinik Bühlerhöhe das Ferrara-Duo. Dabei begaben sich die Fagottistin Annina Holland-Moritz und der Gitarrist Stefan Conradi auf Stippvisite nach Italien, Frankreich, Brasilien und Österreich und hinterließen mit ihrer Musik nachhaltigen Eindruck.

Die Besetzung Fagott und Gitarre ist eher selten, umso vielschichtiger zeigten sich die Klanginstallationen, die von Epoche zu Epoche nicht reichhaltiger sein können. In der Romanze aus der Oper "L'elisir d'amore" zeichnet das Duo ein beeindruckendes Klangkolorit. Dunkel, fast dumpf erklingt das Fagott, trotzdem emotional gefühlvoll, in gebrochenen Akkorden vom Gitarristen begleitet. Das Ferrara Duo entführt im Folgenden das überaus zahlreich erschienene Publikum in die klanglich intime Welt des Barock zu dem am Königshof aufspielenden Gitarristen Robert de Visée. Conradi zeichnet zu Beginn in der Suite d-Moll (1682) mit ihren sechs Tänzen recht Feinsinniges, widmet sich streng dem deutschen Tanz Allemande, zieht das Tempo in der Courante leicht an, um in der Sarabande auch stilistische Züge Händels aus dessen d- Moll-Suite aufzuzeigen, und färbt die Bourrée mit unterschiedlichen Klangfarben.

Vivaldi gestaltete das venezianische Musikleben in seiner Zeit sehr vielseitig und nachdrücklich. In einer Bearbeitung für Gitarre und Fagott steht das Fagott im Konzert D-Dur im klanglichen Fokus. Im lebendigen Allegro versteht man allzu deutlich, warum das Fagott als Spaßmacher des Orchesters bezeichnet wird. Lustig klingt es, während die Gitarre mehr in die Rolle des Basso continuo schlüpft. Die leise getupft gestoßenen Töne der Fagottistin untermalten die Kantilene des Gitarristen auf besonders lustige Art.

Durch seine Reisetätigkeit und den damit regen Einfluss verschiedener Stilelemente ist die Musik Debussys von äußerst klanglicher Vielfältigkeit geprägt. Dies war in dem ursprünglich für Klavier konzipierten Stück "Le petit negre" (1909) aussagekräftig zu hören. Schwung war für das Duo Ferrara angesagt, die rhythmischen Raffinessen des Cakewalk-Gesellschaftstanzes entsprechend hervorzuheben. Annina Holland-Moritz lotete dabei das breite Klangregister des Fagott vorzüglich aus.

Mozart komponierte die Sonate B-Dur in vielerlei Besetzungen, auch für Fagott und Gitarre. Die schnellen Ecksätze wurden lebendig, spritzig, virtuos in der Spielweise der Fagottistin stilisiert, spieltechnisch sauber.

Als Zugabe wurde die Ukulele in "Over the Rainbow" vorgestellt, sie verlieh dem Stück einen besonderen Charme.

Badisches Tagblatt 28.10.2014

Die Rheinpfalz 8.9.2014
Ferrara Duo Konzert in Weiler/Allgäu 13.10.2013
Lahrer Zeitung 23.11.2012
Foto: Vogt Neue Presse

Seltene Kombination

Das Duo "Ferrara" präsentiert Kompositionen für Fagott und Gitarre. Ein Werk stammt sogar aus dem Fränkischen

 Ahorn - Seit über vierzig Jahren ist "Musiksommer Obermain" in der Region eine feste Größe. Doch ob man dabei je die am Sonntag in der Ahorner Schlosskirche vorgestellte Instrumentenkombination zu hören bekommen hatte, ist unwahrscheinlich. Ziemlich einmalig ist die Instrumentenpaarung des "Duo Ferrara" auf der Konzertbühne - nämlich ein Duo aus Fagott und Gitarre. Das Konzert von Annina Holland-Moritz, Fagott, und Stefan Conradi, Gitarre, zeigte anschaulich, dass es sehr wohl möglich ist, diese beiden zusammen zu bringen und ein ansprechendes Programm - mit für die Zuhörer hilfreichen und interessanten Erklärungen - zu entwickeln.

Das Duo hat sich nach der italienischen Stadt Ferrara benannt, weil dort angeblich 1539 Kanonikus Afranio den Vorläufer des Fagotts, das "Phagotum", erfunden haben soll. Die heutige mehrteilige Form des Instruments existiert seit Ende des 17. Jahrhunderts, zuvor spielte man den einteiligen Dulzian in verschiedenen Stimmlagen, heute noch in "Alte-Musik-Ensembles" zu finden. "Duo Ferrara" hat sich 2010 im Frankfurt-Karlsruhe-Mannheimer Umfeld zusammengefunden, beide haben dort studiert, Annina Holland-Moritz spielt in Orchestern und unterrichtet, Stefan Conradi ist Mitglied verschiedenster Ensembles.

Bearbeitung nötig

Original-Musiken für Fagott und Gitarre zu finden, ist nicht gerade einfach, so muss bearbeitet, umgeschrieben werden, was vor allem der Gitarrist erfolgreich tut. Er bedient sich dabei verschiedenster Genres - etwa bei Musiken für Cello oder bei Opernarien. Mit Carl Andreas Göpfert hatten die beiden sogar einen Komponisten auf der Liste, der ein Originalwerk hinterlassen hat. Und der passt auch noch haargenau ins Fränkische, ist er doch 1768 in Rimpar bei Würzburg geboren!

Seine Sonate op. 13 zeigte klar die Nähe zu Mozart und Haydn - eventuell war er sogar Mozart-Schüler. Auf jeden Fall kannte er sich bestens aus, hat er doch "Schöpfung" und "Zauberflöte" für Harmoniemusik, also für ein Bläserensemble, gesetzt: ein beliebtes Mittel, große Werke einem breiteren Publikum bekannt zu machen.

Mit Introduktion und Allegro von Jean Baptiste Senaillé (ursprünglich für Violine und Begleitung) sowie der Gitarren-Suite d-Moll von Robert de Visée waren die Instrumente erst einmal vorgestellt worden, bevor man mit Ralph Vaughn Williams "Six Studies in English Folksongs" (im Original für Cello und Klavier) in größere musikalische Tiefen ging und gleichzeitig die romantische Seite beleuchtete: die recht ungewöhnliche Kombination von fünf langsamen mit einem raschen Satz brachte das Fagott zum Singen, Hüpfen und Laufen, kostete dessen gesamten Tonumfang gut aus. Die Gitarre war hier eher zurückhaltendes, schmückendes Beiwerk.

Akzentuierter Vortrag

Dass sie, die Gitarre, auch anders kann, bewies Stefan Conradi mit Heitor Villa-Lobos", Prélude No. 1 von 1940, mit dem er akzentuiert, in typisch südamerikanischer Manier, durch alle Lagen eilte. Später bekam man noch eine Probe spanischer Gitarrenmusik zu hören in der Bearbeitung der "Danza del Molinero" aus "El sombrero de tres picos" von Manuel de Falla. Sehr farbenreich und mit der nötigen gespannten Gelassenheit wusste der Gitarrist die vom Flamenco beeinflusste Musik herüber zu bringen.

Eine gesanglich weiche Version der Arie "Una furtiva lagrima" aus Donizettis "L"elisir d'amore" (erfreulich: ganz ohne tenorale "Unarten" wie "Töne von unten Anschleifen" oder Spitzenton-Protzerei) und ein Variationensatz "Allegretto aus Divertimento op. 45 von Bernhard Heinrich Romberg komplettierten das Programm wirkungsvoll.

Nach reichem Beifall in der gut besetzten Schlosskirche verabschiedeten die beiden Künstler ihr interessiertes Publikum mit einer romantisch-witzigen Umsetzung des Evergreens "Somewhere over the rainbow": singend-schmachtendes Fagott in Begleitung einer Ukulele.

Marie Bous Neue Presse Coburg 7.8.2012

Dreiklang aus Musik, Kunst und Literatur

Kultur in der Zehntscheune: Stadtbibliothek und Musikschule bieten „Köstliches zur Kaffeestunde“ / Kurzweiliger Nachmittag für interessiertes Publikum

 

Von unserer Mitarbeiterin Marion Brandenburger

 

 

Kunst, Musik und Literatur in der Zehntscheune: Die Künstlerinnen Patricia C. Hempel (rechts) und Wilma Wegner zeigten ihre Werke, das Ferrara-Duo (Annina Holland-Moritz und Stefan Conradi) spielte auf und Thomas Liebscher las.

© Bilder. Brandenburger
 

Im Dachgeschoss der Zehntscheune traf sich ein interessiertes Publikum zu Kunst, Musik und Literatur. Für die Kunst waren Patricia C. Hempel aus Schwetzingen und Wilma Wegner aus Lörrach zuständig. Die beiden Künstlerinnen lernten sich bei einem Workshop in der Provence kennen und fanden schnell heraus, dass ihre Werke gut harmonierten.

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Während Patricia C. Hempel die Ausstellung mit interessanten Skulpturen bereicherte, verlegte sich Wilma Wegner mehr auf Malerei in Acryl- und Collagentechnik. Auch gerahmte Papierarbeiten sind in den Räumen der Stadtbibliothek zu finden. Die Ausstellung mit den Bildern ist noch einige Wochen lang zu besichtigen.

Warme Töne perfekt intoniert

Musikalisch sorgte das Ferrara-Duo für Unterhaltung. Annina Holland-Moritz spielt Fagott und unterrichtet unter anderem dieses Instrument an der Musikschule Hockenheim. Das Duo komplettiert Stefan Conradi. Er hat sich der Gitarre verschrieben. Die beiden präsentierten Stücke von Bernhard Heinrich Romberg, Ralph Vaughan Williams und Gaetano Donizetti im ersten Teil des Programms. Gitarre und Fagott ist sicherlich eine nicht oft vorkommende Liaison, ergibt aber herrlich warme Töne und wurde von den beiden Musikern perfekt intoniert.

Für die Literatur war Thomas Liebscher zuständig. Ihn muss man nicht vorstellen, in Hockenheim und Umgebung ist der Mundartdichter bestens bekannt. Seine Texte hat er passend zum Thema "Kaffee" ausgewählt, eigene Gedichte wechselten sich ab mit wohl ausgesuchten Geschichten rund um die Gastronomie und nahmen den Alltag augenzwinkernd aufs Korn.

Von "Schoppen" und "Shoppen"

Liebscher erzählte vom "Umbesteller" und vom Umgang mit der Kaffeemaschine und wusste Interessantes über die Entstehung der Firma "Eduscho" zu berichten. Unterschiedliche Auffassungen von Männern und Frauen legte Thomas Liebscher ebenfalls amüsant dar. Was gleich klingt, muss nicht die gleiche Bedeutung haben, wie er anhand von "Schoppen" und "Shoppen" verdeutlichte.

Mit einem klangvollen "Romanza" aus "Der Liebestrank" von Donizetti verabschiedete das Ferrara-Duo die Gäste in die Pause und somit zur Kaffeestunde. Hier hatten sich besonders Anke und Christian Palmer mit einigen Helfern engagiert. Köstliche Kuchen und Torten sowie duftender Kaffee verwöhnten die Besucher. Es schloss sich ein kleiner Bummel durch die Zehntscheune an, wo man mit den Künstlerinnen über ihre Werke plaudern konnte.

Serenade betört im Museumshof

Verein für Heimatgeschichte: Das Ferrara-Duo, Annina Holland-Moritz und Stefan Conradi, verzaubert Publikum

 

Fagott und Gitarre als Duo, das klingt ungewöhnlich. Und genau das war es auch, wie bei der Serenade des Vereins für Heimatgeschichte im Museumshof zu hören war. Der Verein hatte das Ferrara Duo aus Mannheim für diesen Abend gewinnen können. Mit Annina Holland-Moritz, Fagott, und StefanConradi, Gitarre, kamen zwei exzellente Instrumentalisten in den Hof der Stadtwerke, um zusammen zu musizieren.

Den Namen Ferrara Duo führen die Künstler auf die italienische Stadt Ferrara zurück, in der das Fagott, ein Holzblasinstrument in der Tenor- und Basslage mit Doppelrohrblatt, zum ersten Mal gebaut worden sei. Da es nur wenige Originalliteratur für Fagott und Gitarre gibt, mussten die meisten zum Vortrag gekommenen Werke für die beiden Instrumente umgeschrieben werden.

Als erstes erklang die "Sonata a-moll" von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) für Fagott und Basso continuo. Der begnadete venezianische Violinvirtuose und Komponist schrieb diese Sonate im Original für Violoncello und Basso continuo. Die Musiker konnten hier bereits zeigen, was in ihnen an Virtuosität steckt. Von Robert de Visée (1650-1733) intonierte StefanConradi die "Suite d-moll" für Gitarre. Robert de Visée war Gitarrist und Komponist am Hof Ludwigs XIV. StefanConradi verzauberte mit seiner Interpretation das Publikum. Er spielte, was die meisten Zuhörer begrüßten, ohne Verstärker, so kamen die Gitarrenklänge ohne Verfremdung herüber. Der englische Komponist Edward Elgar (1857 bis 1934) wurde vor allem mit "Pomp & Circumstance March No. 1" berühmt. Das Ferrara Duo brachte im Museumshof seine "Romance op. 62" zu Gehör.Stefan Conradi hat den Orchesterpart für Gitarre umgeschrieben. Annina Holland-Moritz, Fagott und Stefan Conradi, Gitarre haben dieses kurze und sanfte Stück sehr kontrastreich gespielt.

Nach der Pause stand das Gitarrenstück "Canarios" von Gaspar Sanz (1640 bis 1710) auf dem Programm. Gaspar Sanz war ein spanischer Komponist und Gitarrist des Barock.StefanConradi verstand es, das Werk von Gaspar Sanz auf seiner Gitarre mitreißend zu interpretieren.

Mit der "Sonate für Fagott und Gitarre op. 13" vonKarl Andreas Goepfert (1768 bis 1818) kam das einzige Werk zur Aufführung, das speziell für Fagott und Gitarre komponiert worden war. Das Ferrara Duo zeigte mit dem Werk, dass Fagott und Gitarre wunderbar harmonieren und sich gegenseitig ergänzen. Mit "Aranjuez, ma pensée" von Joachim Rodrigo (1901 bis 1999) kam ein zeitgenössisches Werk zur Aufführung. Stefan Conradi hat den 2. Satz des "Concerto de Aranjuez" für Gitarre bearbeitet. Er hat den Klagegesang der andalusischen "Semana Santa" (Karwoche) zum Thema.  Ein Werk eines weiteren zeitgenössischen Komponisten stand mit den "Six Studies in English Folksong" auf dem Programm. Ralph Vaugham Williams (1872 bis 1958) schrieb diese Studien für Violoncello und Klavier. Als Zugabe intonierte das Ferrara Duo die Arie des Nemorino "Una furtiva lagrima" aus Gaetano Donizettis (1797 bis 1848).Der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte, Alfred Rupp, überreichte zum Schluss unter Beifall des Publikums den Künstlern je einen Blumenstrauß.

Schwetzinger Zeitung
09. Juli 2011

 

Ferrara Duo Bericht in der Hockenheimer Tageszeitung vom 9.7.2011
Ferrara Duo Bericht Hockenheimer Tagesze[...]
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